Bilderfries
Im Zuge der Innenrenovierung der Wallfahrtskirche, die 1889/90 durchgeführt wurde, ist ein Bilderfries entstanden, der sich im Kirchenschiff und Chor auf halber Höhe als durchgehendes Band hinziehen und die Rosenkranzgeheimnisse darstellt. Für diese Aufgabe wurde der Maler Martin aus Kiedrich gewonnen. Er wählte für die Bilder einen Stil, der an die Gründungszeit der Kirche anknüpfte und gotische Malereien nachahmte. Der Bilderfries wird allerdings der der gotischen Architektur der Kirche nicht gerecht. Das Aufstrebende der Gotik wird durch das breite Band der Bilder unterbrochen. Mehrmals hat man deshalb überlegt, ob man diesen Bilderstreifen nicht entfernen solle.
Der Friedhof
Am 28.1.1901 teilte das Domänen-Inspektorat Johannisberg dem Kloster mit, dass Se. Durchlaucht, der Herr Fürst von Metternich, die Bewilligung zur Errichtung eines Kloster-Friedhofs auf der Höhe im Wald erteilt hat. 1906 fand dort die erste Beerdigung statt: P. Guido Keller fand als erster dort oben seine Ruhestätte. Für die Gräber benutzte man anfangs einfache Holzkreuze. Doch es zeigte sich, dass sie den Witterungseinflüssen nicht lange genug standhielten. Im Oktober 1913 ersetzte man sie deshalb mit Kreuzen aus Gusseisen. Immer mehr Gräber füllten die Reihen, so dass man schließlich 1932 den Friedhof erweiterte. 1961 wurde der Friedhof gründlich renoviert.
Die Glocken
Als 1857/58 die Wallfahrtskirche von Marienthal wieder hergestellt wurde, erhielt sie auch ihr Geläute. Man versah den Turm mit einem Glockenstuhl für die Aufnahme von drei Glocken. Von diesen Glocken war die größte dem hl. Petrus geweiht. Sie war 175 kg schwer, 55 cm hoch, 67 cm breit und trug die Jahreszahl 1858. Ihre Inschrift lautete: „Coelestes audite sonos mortales" (Ihr Himmel hört die Klänge der Sterblichen). Die zweite Glocke trug den Namen „St. Carolus Borromaeus". Ihr Gewicht betrug 100 kg, ihre Hohe 45 cm, ihre Breite 55 cm. Ihre Inschrift war: „Non clamor sed Amor cantat in aure Dei" (Nicht Lärm, sondern die Liebe klingt im Ohr Gottes).
Die Wallfahrtskirche
Die 1313 erbaute Kapelle wurde 1326 zur Kirche erweitert und am 8. September 1330, am Fest Mariä Geburt, durch Erzbischof Balduin von Trier, dem damaligen Administrator des Erzstiftes Mainz, geweiht.
Nach teilweiser Zerstörung im Jahre 1782 wurde die Kirche 1858 wieder hergestellt und am 8. September, 528 Jahre nach Einweihung der ersten Wallfahrtskirche, von Bischof Peter Josef Blum von Limburg neu konsekriert.
1951 wurde an der Südseite des gotischen Kernbaus die Beichtkapelle und an der Nordseite die Sakristei angebaut.
Die Wallfahrtsanlage
Rund um Kloster und Kirche gibt es in Marienthal eine weitläufige Anlage für die Pilger. Der großzügig angelegte Kreuzweg geht auf eine Idee von Bischof Peter Josef Blum zurück. Im Jahre nach der Neueinweihung der Kirche wurden die Stationshäuschen gebaut. Die Kreuzwegbilder bestehen aus bemalten Reliefs. Am 8. September 1859 war Kreuzweg eingeweiht worden.
1937 wurde zwischen der 8. und 9. Kreuzwegstation eine große Herz-Jesu-Staue aufgestellt. Diese ist ein Geschenk der Waldbreitbacher Brüder in Bad Kreuznach. Sie stand dort im Park ihres Krankenhauses Marienwörth, und in der Befürchtung, dass die Naziregierung ihnen ihre Tätigkeit dort untersage, gaben sie die Statue nach Marienthal.
