Pieta Sieben Schmerzen

Sieben Schmerzensmutter

Nachdem der Kreuzweg errichtet worden war, wollte man den Pilgern auch Gelegenheit geben, auf ihrer Wallfahrt der Leiden der Muttergottes zu gedenken. 1866 ließ deshalb der damalige Rektor Knie am Weg, der den Osthang hinauf zum Friedhof führt, die Stationen mit den Darstellungen der Sieben Schmerzen Mariens errichten. Wer der Künstler war, der die sehr gut gearbeiteten Stationenbilder schuf, ist nicht bekannt. Im Laufe der Jahrzehnte litten die Stationen aber unter der Witterung, der sie schutzlos ausgesetzt waren, so dass 1903 P. Gabriel Köhne sich entschloss, sie neu aufzubauen.

Architekt Hartmann in Geisenheim zeichnete die Pläne, nach denen die Stationen, wie sie heute noch stehen, von Maurermeister und Grottenbauer Simon Schuster aus Assmannshausen gebaut wurden. Am 14. August 1904 wurde die Weihe vollzogen, und abends unter großer Beteiligung der Bevölkerung eine Lichterprozession gehalten. Gleichzeitig mit den Stationen wollte man auch einen würdigen Abschluss des Stationenweges schaffen. Man entschied sich für ein großes Vesperbild, das an der höchsten Stelle der Anlage errichtet werden sollte. Am 13. August 1904 konnte es aufgestellt werden. Es stand dort bis 1966. Inzwischen hatten Witterungseinflüsse dem Bild derart zugesetzt, dass die Schäden nicht mehr behoben werden konnten. Da bot sich die Gelegenheit, eine andere Pieta zu erwerben, die allerdings erheblich kleiner war als die bisherige. Es wurde deshalb eine kleine Nische gebaut und das Bild hineingestellt. Doch es war nur ein Provisorium. Im Frühjahr 1973 schuf der außergewöhnlich begabte P. Lambert Hertweck eine neue Pieta aus Kunststein, die seitdem den Gipfel des kleinen Hügels am Ende des Sieben Schmerzen-Weges ziert. P. Lambert hatte auch in den beiden Jahren zuvor sämtliche Stationen einer gründlichen Renovierung unterzogen.

Von den letzten Stationen des Sieben Schmerzen-Weges führt ein Weg am Friedhof vorbei hinab zum Pilgerplatz. Nach wenigen Schritten sieht man rechter Hand die Statue der Himmelskönigin. Sie steht mitten in dem Gelände, das 1903 als Bauplatz für ein neues Kloster vorgesehen war. Damals hatte man bereits mit den Vorarbeiten begonnen, der Wald war abgeholzt und umfangreiche Erdarbeiten ausgeführt worden. Man kann das noch heute deutlich an den Geländeformen erkennen. Es sollte ja sogar eine Feldbahn zum Materialtransport zum Einsatz kommen. Nach Abbruch der Arbeiten bot der Platz einen „entstellten und verwüsteten“ Anblick und löste „überall Unwille und Entrüstung aus“ so die Chronik. Es musste also etwas geschehen, und das einzig mögliche war, den Platz zu einer Anlage umzugestalten. Mittelpunkt der Anlage wurde eine schöne Barock-Madonna, die die Muttergottes als Königin mit dem Kinde darstellt. Von den Pilgern wurde sie hoch geschätzt, und gerne hielten sie ihre Andacht davor. Nun war aber damals noch der Barock als „Zopfstil“ nicht hoch im Kurs, während die Neugotik in Blüte stand. Eine Wohltäterin Marienthals fand sich deshalb bereit, eine neue Statue der Himmelskönigin in modernem, d.h. neugotischen Stil zu stiften. Der Eltviller Bildhauer Steinlein wurde beauftragt, die Figur zu schaffen, die im August 1906 eingeweiht wurde. Die Barock-Madonna wurde drei Jahre später in den Anlagen hinter dem Kloster aufgestellt, wo sie kaum mehr wahrgenommen wurde. Im Jahre 1994 fand sie schließlich ihren heutigen Platz unter einem Baldachin auf der Wiese zwischen Klostergebäude und den Verkaufsständen.

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