Barockmadonna

Heiligenfiguren im Außenbereich

Nachdem die Franziskaner Marienthal übernommen hatten, waren sie natürlich bestrebt, dem Wallfahrtsort auch nach außen hin ein franziskanisches Gepräge zu geben. Deshalb entstand der Wunsch, den franziskanischen Heiligen in der Kirche und im Park einen gebührenden Platz einzuräumen. In der Kirche waren es die Kirchenfenster, die mit den Bildern der Ordensheiligen geschmückt wurden, der Park wurde ausgestattet mit einer Reihe von Statuen. Franziskus-Statue von 1897 1897 feierte Papst Leo XIIL, ein großer Franziskanerfreund, sein Drittordensjubiläum.

P. Präses Felix Schulze Bokum nahm dies zum Anlass, die Tertiaren des Rheingaus aufzurufen, zum Gedächtnis des großen Papstes für Marienthal eine Franziskusstatue zu stiften. Als Standort wählte man den Berghang über dem Kloster gegenüber vom Hotel Gietz. Das Bild ist aus Sandstein gehauen und über zwei Meter hoch. Eine Inschrift erinnert an den Anlass der Stiftung: „Gestiftet von den Tertiaren zum III.-Ordens-Jubiläum Leos XIII, 1897“.

Zwei Jahre später sollte auch der hl. Antonius von Padua eine Gedenkstätte in den Wallfahrtsanlagen erhalten. 1860 hatte man zur Ausschmückung der Anlagen den Weiher angelegt. Es war ein naheliegender Gedanke, hier die „Fischpredigt des Hl. Antonius“ zur Darstellung zu bringen. Schließlich beschloss man 1913 dem Hl. Franziskus als dem Freund der Tiere ein Denkmal zu setzen. Damals war der Pilgerplatz erweitert und die an schließenden Anlagen mit dem Weiher neu gestaltet worden. Dabei sollte mit dem Hl. Franziskus und Br. Leo ein kleiner Ziergarten, der dort angepflanzt war, zu einem „Franziskusgärtchen“ gemacht werden. Die in Trier bestellten Figuren ließen allerdings noch auf sich warten. 1915 kamen sie an, St. Franziskus, den Tieren predigend, begleitet von Br. Leo, der andächtig zuhörend dabeisitzt, und schließlich eine Menge verschiedendster Tiere.

Die meisten Tiere sind heute nicht mehr erhalten und überwiegend durch andere ersetzt worden, die nicht immer nach Art und Größe genau zueinander passen. Auch stellen immer wieder Besucher mitgebrachte Tierfiguren auf. Schließlich wurde 2013 auf Anregung und durch aktive Mitwirkung des Franziskanischen Sing- und Gebetskreises das Gärtchen neu gestaltet als Erinnerungsplatz an die Tiere als Gottes Geschöpfe. Auch sind sie oft treue Begleiter des Menschen, die ihrem An denken zuliebe kleine Gedenktafeln oder Figuren im Franziskusgärtchen hinterlassen.

Auf einem Teil des Platzes zwischen dem Franziskusgärtchen und dem Elsterbach befand sich seit 1866 übrigens viele Jahrzehnte der größere Teich mit einem Springbrunnen in der Mitte. Sein Steinsockel ist dort noch heute im Bachbett zu sehen, wenn auch nicht mehr in Betrieb. Auch die Reste des Stauwehrs sind noch erkennbar. Damit musste jährlich im Winter das Wasser des Teichs abgelassen werden, weil er regelmäßig durch die Einbringung von Sediment verschlammte. Das Beseitigen des Schlamms war eine tagelange mühselige Arbeit, die irgendwann niemand mehr leisten konnte. So wurde Ende der Achtziger beschlossen, den Bachlauf zu begradigen, die neu entstandene Fläche aufzufüllen und das Wehr auszubauen. Einige Jahre später wurde anstelle des alten Teichs nebenan ein deutlich kleinerer gebaut, der zur Freude der Besucher mit Goldfischen besetzt wurde.

Hier sei auch die Gedächtnisstätte eines großen Franziskanerfreundes erwähnt, die Ketteler-Kapelle. Am Westhang des Tales, etwa 10 Minuten über dem Kreuzweg, stand schon lange eine Kapelle, geschmückt mit einem alten Bild der schmerzhaften Muttergottes. Sie war ein Lieblingsaufenthalt Bischof Kettelers, wenn er von Mainz herüber kam, was recht oft geschah. Stundenlang konnte er hier auf und ab gehen. Manche Gedanken, die er in seinen Hirtenbriefen niedergeschrieben hat, und manche seiner großen sozialpolitischen Ideen hat er hier durchdacht und im Gebet um sie gerungen. Schon zu seinen Lebzeiten nannte man des halb die Kapelle Ketteler-Kapelle. Da die Kapelle im Laufe der Zeit baufällig geworden war, entschloss sich 1927 die Stanislaus-Kongregation des Lehrlingshauses in Mainz, sie ganz neu zu bauen. Anlass war der 50. Todestag des Bischofs. Am 28. August 1927 wurde die Kapelle geweiht, nachdem auch das alte Muttergottesbild neu hergerichtet worden war. Von Zeit zu Zeit kamen Mitglieder des Mainzer Katholischen Arbeitervereins, um nach der Kapelle zu schauen. Heute kümmern sich vornehmlich Mitglieder des Freundeskreises darum.