Der Friedhof

Der Friedhof

 

Am 28.1.1901 teilte das Domänen-Inspektorat Johannisberg dem Kloster mit, dass Se. Durchlaucht, der Herr Fürst von Metternich, die Bewilligung zur Errichtung eines Kloster-Friedhofs auf der Höhe im Wald erteilt hat. 1906 fand dort die erste Beerdigung statt: P. Guido Keller fand als erster dort oben seine Ruhestätte. Für die Gräber benutzte man anfangs einfache Holzkreuze. Doch es zeigte sich, dass sie den Witterungseinflüssen nicht lange genug standhielten. Im Oktober 1913 ersetzte man sie deshalb mit Kreuzen aus Gusseisen. Immer mehr Gräber füllten die Reihen, so dass man schließlich 1932 den Friedhof erweiterte. 1961 wurde der Friedhof gründlich renoviert.

Die Gräber bekamen alle neue Einfassungen. Statt der Eisenkreuze wurden einfache Platten gelegt mit dem Namen des Verstorbenen. Das Friedhofskreuz, das vor dem Eingang stand, erhielt einen Platz auf dem Friedhof selbst.

Dieses Friedhofskreuz hat seine eigene Geschichte. Bischof Peter Josef Blum kam als Geisenheimer Bub oft nach Marienthal. Damals war die Kirche noch eine Ruine, und das Gnadenbild stand in der Geisenheimer Pfarrkirche. Der Besitzer Marienthals in damaliger Zeit, der Bauer Petry, hatte ein anderes Muttergottesbild in der Ruine aufgestellt. Auf der Höhe oben gegen Johannisberg aber stand das alte Kreuz. Peter Josef Blum, damals in seiner Berufsentscheidung stehend, betete eines Tages vor diesem Kreuz um Klarheit. Da soll eine Stimme ihn zum Priesterberuf er muntert haben. Noch vor dem Kreuz entschloss sich Peter Josef Blum, Priester zu werden. Sicher erklärt sich daraus die große Liebe und Anhänglichkeit, die der spätere Bischof Marienthal bis zu seinem Tod bewahrte, die ihn veranlasste, Marienthal wieder aufzubauen und demselben auch weiterhin alle Hilfe zu gewähren.

Wann das Kreuz errichtet wurde, weiß man nicht. Die Leute erwiesen ihm große Verehrung, und es galt weithin als das „wundertätige" Kreuz von Marienthal. Der Korpus wurde vor Jahren schon abgenommen und hängt im Eingangsbereich der Klosterpforte. Auf dem Friedhof befindet sich eine Kopie. Die nächste grundlegende Veränderung auf dem Friedhof war im Jahre 1984, bei der man die Einzelgräber einebnete und so eine große Rasenfläche entstand, in die die Namenstafeln der verstorbenen Brüder eingelegt wurden. So konnte der gärtnerische Pflegeaufwand reduziert werden. Heute sind die Platten auf kleinen Steinkissen schräg gestellt