Bilderfries
Im Zuge der Innenrenovierung der Wallfahrtskirche, die 1889/90 durchgeführt wurde, ist ein Bilderfries entstanden, der sich im Kirchenschiff und Chor auf halber Höhe als durchgehendes Band hinziehen und die Rosenkranzgeheimnisse darstellt. Für diese Aufgabe wurde der Maler Martin aus Kiedrich gewonnen. Er wählte für die Bilder einen Stil, der an die Gründungszeit der Kirche anknüpfte und gotische Malereien nachahmte. Der Bilderfries wird allerdings der der gotischen Architektur der Kirche nicht gerecht. Das Aufstrebende der Gotik wird durch das breite Band der Bilder unterbrochen. Mehrmals hat man deshalb überlegt, ob man diesen Bilderstreifen nicht entfernen solle.
Bei der Kirchenrenovierung 1927 spielte man mit dem Gedanken, sie zu übermalen, doch entschied sich letztlich dafür, sie zu erhalten. Auch bei der nächsten Innenrenovierung der Kirche, die im Anschluss an den Bau der Beichtkapelle 1951 vorgenommen wurde, sah man sich wieder dem Problem des Bilderfrieses gegenübergestellt. Es wurde beschlossen, den Fries zu übertünchen und die Kirche mit neuen Gemälden auszustatten. Kirchenmaler Walter Meyerspeer lieferte im Februar 1952 dazu Entwürfe, die die Gründungsgeschichte Marienthals darstellten, doch kam es nur zur Übermalung des Frieses, während die Neuausmalung unterblieb. Über die Entfernung des Bilderfrieses war man in der Folge nicht sehr beglückt, besonders, da im Volk starke Kritik laut geworden war.
So ließen neue Überlegungen und alte Wünsche schließlich den Entschluss reifen, den Bilderfries wieder freizulegen. Im Oktober 1960 begannen die Arbeiten, und am 1. Dezember war der Anstrich der Gewölbe und der Wände beendet und der Bilderfries in mühsamer Arbeit freigelegt. Die Restaurierung der Bilder führte Kirchenmaler Eduard Anton im Januar 1961 durch. Am 27. Januar verließ er mit seinen vier Mitarbeitern Marienthal.
